Taubblinde Reiterin berichtet: Reiten mit Behinderung

Reiten lernen als taubblinde Reiterin

Nicht hören, nicht sehen – und ein Pferd reiten? Susanne Schnaus erfüllt sich einen Traum, der unerreichbar erscheint: Sie reitet. Seit vier Jahren ist sie bei Astrid Stiller, einer erfahrenen Reittherapeutin und -lehrerin, und lernt bei ihr auf dem Pony Lisa reiten.

Reiten mit Behinderung

Ein Erfahrungsbericht von Susanne Schnaus:

Ich heiße Susanne Schnaus, bin taubblind und gehörlos geboren. Im Alter von 14 Jahren wurde ich blind. Seit 4 Jahren mache ich Reittherapie bei Astrid Stiller.

Reiten mit Behinderung

Am Anfang war es für mich sehr aufregend, weil alles fremd und neu war, denn ich sollte ein Pferd von der Weide holen. Ich ritt zuerst auf eine Decke und dabei lernte ich, mit den Zügeln umzugehen. Die Therapeutin nahm die Longe. Später bekam ich einen Sattel, ritt in der Halle frei. Zur Kommunikation schreibt Astrid mir Zeichen auf meinem Rücken. Während des Reitens lerne ich, Schlangenlinien zu reiten, Rückschritt und Kreise. Zwischendurch hatte ich auch ein Funk-Vibrationsgerät fürs Reiten. Dabei musste ich mich ganz schön konzentrieren.

Das Reiten und Pferd pflegen macht mir viel Spaß, ich fühle mich frei und habe das Gefühl, dass ich Kontakt kriege zum Pferd. Jetzt habe ich mich gut auf dem Pferdehof an alles gewöhnt, ohne Angst zu haben. Mein Wunschtraum in Zukunft ist, Galopp und Springen zu lernen …

Spenden für Susanne Schnaus

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Für Susanne Schnaus ist das Reiten eine wertvolle Therapie und Freizeitbeschäftigung. Möglichst jede Woche fährt sie von Hamburg in den Stall nach Elmenhorst, wo sie therapeutischen Reitunterricht erhält. Damit sie die Reittherapie regelmäßig wahrnehmen kann, ist sie auf finanzielle Hilfe angewiesen. Stallwerk e. V. unterstützt Susanne bei der Suche nach Spendern. Wenn Ihr Susanne unterstützen möchtet, dann könnt Ihr eine Spende an unser Spendenkonto mit dem Stichwort „Susanne Schnaus“ spenden. Mehr zum Thema: Spenden

Reitsport mit Behinderung

Das Reiten zählt zu den wenigen Sportarten, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ausüben können. Viele sinnesgeschädigte, körperlich oder geistig behinderte Menschen können das Reiten gut erlernen. Ein bekanntes Beispiel ist Hannelore Brenner, die querschnittsgelähmt mit ihrer Stute Women of the World bei den Paralympics 2012 in London zweimal Gold und einmal Silber gewann. Menschen mit Behinderung erleben auf dem Pferd ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und Freiheit, das sie aus anderen Lebensbereichen nicht kennen. Das Reiten ist für Menschen mit Behinderung ein befriedigender, erfüllender Freizeit- und Rehabilitationssport. Je nach Behinderung werden spezielle Hilfsmittel und besonders geschulte Pferde eingesetzt. Die fachliche Qualifikation des Reitausbilders ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Mehr über Reitsport mit Behinderung

Ein Bericht über Susanne Schnaus erschien auch bei NDR.de 

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